Erdbeben Haiti
Grundsätzliches
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© 2010 Erdbeben Haiti
 

Bericht von Dr. Maibach

""Seit 17.1.2010 bin ich nach drei Tagen Inferno im Zentrum von Port-au- Prince wieder im Hôpital Albert Schweitzer in Deschapelles und gelegentlich am Lesen der vielen hundert E Mail, falls etwas Zeit dazwischen bleibt.

Es war ein Nach-Hause-kommen heute Nachmittag am HAS! Welch ein Unterschied zum Albtraum in PauP. Zwar lagen in den Gängen, Zimmern, Büros, draussen in der Kinderklinik und beim Empfang hunderte von Verletzten wie natürlich noch nie, ausser in den letzten Tagen, wo laut Ian fast nochmals so viele da waren. Ich kann mir zwar nicht vorstellen, wo dann noch Menschen untergebracht wurden. Aber viele wurden offenbar bereits operiert und wieder nach Hause entlassen. Fast alle, die noch auf Operationen warteten, hatten Infusionen, Schmerzmittel und die Röntgenbilder. So konnten die drei amerikanischen und haitianischen Orthopäden, der Chirurg und der Assistent, die ich von PauP zusammen mit Dr. Exe, dem Chef mitbrachte, um 5h Sonntag-Nachmittag nach einem kurzen Imbiss sofort mit Operieren beginnen, während noch heute die meisten Verletzten in PauP unversorgt irgendwo draussen, gelegentlich notdürftig durch eine Plane geschützt, in Pärken und Gärten so wie auf der Strasse liegen, teilweise mit bereits eiternden offenen Frakturen. Die schwerer Verletzten sind nach 5 Tagen ohnehin schon gestorben. Die Erdbeben Patienten werden natürlich am HAS gratis behandelt. Ich war sprachlos über die Effizienz und Kompetenz unserer haitianischen Ärzte, Pflegepersonal und Techniker.

Die letzten Tage in PauP mit der DEZA Delegation gehörten zu den eindrücklichsten überhaupt. Ich habe mich bei der Humanitären Hilfe der DEZA sehr wohl gefühlt und von den beiden Medizinern, aber auch von allen andern sehr viel gelernt. Unsere kleine Rekognoszierungs- Gruppe von 13 Leuten, zusätzlich die Leute von der Botschaft, heute verstärkt durch weitere Mediziner, ist ein Beispiel, wie Teamwork unter schwierigen Umständen sein soll. Die ganze Arbeit war bereits heute erfolgreich. Wir konnten im leeren Universitäts-Spital Hôpital Général das Gebh Gyn Haus (nach Stabilitätskontrolle durch einen UN und Schweizer Ingenieur) mit 3 Operationssälen für uns reservieren und sie haben auch heute schon mit Operieren begonnen. 600 Betten sind geplant. Das HAS ist nicht primäre Anlaufstelle - das wäre ein Chaos - sondern Tertiär- oder rückwärtiges Spital der Schweizer Chirurgie am Hôpital Général für schwierige Fälle. Wir werden vom HAS aus die Patienten mit dem zum fahrenden Lazarett umfunktionierten Bus transportieren, vorerst gegen Diesel, den die DEZA in der DomRep einkauft und von dem wir zu wenig haben. Die Präsenz der DEZA HH in Haiti wird auch medizinisch nicht Wochen, sondern Monate und Jahre betragen.

Zurück zu uns ins HAS: Ich bin immer noch tief beeindruckt über die Ruhe und die Geduld, die trotz hunderten von Menschen, in unserem Spital spürbar ist Das war ja auch in PauP so. Man spürt auch förmlich die Hilfsbereitschaft dieser Menschen, die ihre geduldigen Angehörigen begleiten. Die meisten haben sich ja irgendwie von PauP zu uns durchgekämpft resp sind mühsam auf Lastwagen gefahren worden. Sie sind nun am Spital der Hoffnung angekommen. In PauP war noch keine Hoffnung zu spüren, aber ich denke, dass sich das heute auch dort mit dem exzellenten Schweizer Team geändert hat. In PauP habe ich ein paar Wasserverteilungen erlebt mit grosser Disziplin, Schlangenstehen und Geduld. Die Medien haben offenbar Gewaltakte gezeigt. Ich denke, dass das eher die Ausnahme ist, aber halt medienwirksam. Man kann nicht anders, als diese Menschen gern zu haben und mit ihnen kämpfen. In unserem Spital ist nun vermehrt eine Atmosphäre des gegenseitigen Respekts und eine tiefgehende Bescheidenheit zu verspüren.

Dr. Rolf Maibach

Erdbeben in Haiti

Was am 12. Januar in Haiti geschehen ist hat mich zutiefst erschüttert und ich habe mich entschlossen, meine Freunde, Bekannten, Kollegen und Geschäftspartner zur Hilfe aufzurufen.

1997 war ich selber im Albert Schweitzer-Spital in Deschapelles zu Besuch. Das Spital liegt ungefähr 60 Kilometer von der Hauptstadt Port-au-Prince entfernt und ist nur auf einer schlechten Strasse erreichbar. Es wurde 1956 von Lary und Gwen Mellon gegründet und auf den Namen Albert Schweitzers getauft. Das Spital liegt im Artibonite-Tal und kümmert sich um die arme Bevölkerung. Ein wichtiger Pfeiler des Spitals ist die Prävention und es ist gelungen durch Impfungen bis in die hintersten Winkel der Diphthe-rie Einhalt zu gebieten.

Seit meinem Besuch kenne ich auch die Spitalstiftung und deren Vertreter. Mit ihnen habe ich regelmäs-sig Kontakt und bin über ihre finanziellen Probleme und Sorgen informiert. Auf dieser Reise habe ich das Ehepaar Rolf und Raphaela Maibach aus Ilanz kennengelernt. Während eines Jahres hat Rolf als Kinderarzt und Raphaela als Leiterin des Labors im Spital gearbeitet. Zurück in der Schweiz haben die beiden die «Bündner Partnerschaft für das Albert-Schweitzer-Spital» ge-gründet und sammeln Geld um einen Kinderarzt zu finanzieren. Seit ihrer Pensionierung vor drei Jahren leben und arbeiten Raphaela und Rolf Maibach in Haiti. Rolf Maibach ist inzwischen der medizinische Leiter des Spitals.

Spendenaufruf

Es würde mich freuen, wenn auch Sie sich entschliessen könnten, die Bündner Partnerschaft mit einer Geldspende zu unterstützen.

Spendenkonto für die Schweiz: Vermerk: Erdbeben
Bündner Patenschaft Hôpital Albert Schweitzer, Via Patialas 12, 7152 Sagogn
Kantonalbank Graubünden, Konto: CK 393.606.600, Clearingnummer 774
IBAN CH1700774110393606600

In Deutschland können Sie Ihre Spende auf das Konto der AISL (Internationalen Albert-Schweitzer-Vereinigung) in Weil mit dem Vermerk «Haiti» überweisen.
Ich werde das Geld von dort auf das Konto der Bündner Partnerschaft überweisen.

Volksbank Dreiländereck, 79576 Weil am Rhein
Konto 797057,
BLZ 68390000
IBAN DE26 6839 0000 0000 7970 57
BIC VOLODE

Bündner Patenschaft für das Albert-Schweitzer-Spital

Auf dieser Reise habe ich das Ehepaar Rolf und Raphaela Maibach aus Ilanz kennengelernt. Während eines Jahres hat Rolf als Kinderarzt und Raphaela als Leiterin des Labors im Spital gearbeitet.

Zurück in der Schweiz haben die beiden die «Bündner Partnerschaft für das Albert-Schweitzer-Spital» ge-gründet und sammeln Geld um einen Kinderarzt zu finanzieren. Seit ihrer Pensionierung vor drei Jahren leben und arbeiten Raphaela und Rolf Maibach in Haiti. Rolf Maibach ist inzwischen der medizinische Leiter des Spitals. Rolf Maibach Raphaela Maibach Das Albert Schweitzer-Spital wurde glücklicherweise durch das Erdbeben nicht beschädigt.

Es ist aber das einzige Spital im weiteren Umkreis von Port-au-Prince das noch voll funktionsfähig ist und dement-sprechend ist der Ansturm von verletzten Haitianern.

Am Sonntag 17. Januar 2010 wollten Maibachs nach den Weihnachtsferien nach Haiti zurückkehren. Am Donnerstag 14. Januar ist Rolf Maibach mit der Delegation der DEZA (Direktion für Entwicklung und Zu-sammenarbeit, Schweiz) nach Santo Domingo (Dominikanischen Republik) geflogen um heute Freitag mit einem Bus nach Port-au-Prince und von da weiter ins Albert-Schweitzer-Spital zu gelangen. Raphae-la Maibach wird am Sonntag über Miami ebenfalls versuchen nach Port-au-Prince zu gelangen.

Heute Freitagmorgen habe ich mit Raphaela Maibach telefoniert und sie hat mir bestätigt, dass Rolf Maibach in Santo Domingo angekommen ist und nach etwas Schlaf versuchen wird, per Bus Port-au-Prince zu erreichen. Mit Raphaela habe ich abgemacht, dass Sie mich, wenn möglich regelmässig, kurz über ihre Arbeit, die Situation und vor allem ihre Bedürfnisse informieren werden. Ich habe ihr verspro-chen, diese Informationen in der Schweiz und ganz Europa an interessierte Personen weiterzuleiten.

Warum für die Bündner Partnerschaft spenden?

Für mich ist die «Bündner Partnerschaft» mit Rolf und Raphaela Maibach, die sich persönlich vor Ort engagieren, Garant, dass die gespendeten Gelder vollumfänglich dem Spital und den Verletz-ten zu Gute kommen.

Ich werde daher mein Geld dorthin senden. Ich bevorzuge eine kleine, mir bekannte Organisati-on, von der ich weiss, dass das Geld direkt und rasch dort eingesetzt wird, wo ich es wünsche.

 

Aufruf von Christoph Wyss lesen